2011 und 2009
Das Tigerfest



Ob im lustigen Drei-Viertel Takt des Wiener Walzers die Schönheiten des Krieges besungen werden oder der körperliche Verfall des Menschen beim Älterwerden beklagt und sehr anschaulich beschrieben wird.....der Bächlechor singt und lebt auf der Bühne die Lieder aus Kreislers schwärzester Schaffenszeit mit so viel Hingabe, dass eine gewisse Identifikation mit der Weltsicht des Meisters aus Wien und Prag nicht ausgeschlossen werden kann. Georg Kreisler ist zwar nicht jedem ein Begriff, aber sein Stück „Geh‘n wir Tauben vergiften im Park“ ist fast schon ein Evergreen.
Dass hierbei die Arrangements, von
Wolfgang Roese speziell für dieses Programm geschrieben, ihre
Wirkung entfalten, haben 400 begeisterte Zuhörer bei der
Premiere 2009 erlebt.
Durch die eigenständige Moderation
unseres Master of Ceremony (steve.de) werden Zusammenhänge
deutlich, das Programm kurzweiliger und die Zuhörer auf die
nächsten musikalischen Angriffe des Chores auf Zwerchfell und
Weltsicht vorbereitet.

Kurzum, es erwartet Sie ein vergnüglicher, hochmusikalischer Abend. Dass die ein oder andere Erkenntnis dabei en passant mitkommt, soll ja nicht schaden, ist rein zufällig und kaum beabsichtigt.
noch mehr Infos...
Wenn der Bächlechor ein ganzes
Programm den Liedern eines Komponisten widmet, muss es mit
diesem
schon etwas sehr Spezielles auf sich haben.
Der österreichische Komponist und
Kabarettist Georg Kreisler hat Zeit seines langen und bewegten Lebens
viele schöne, meist ironisch-sarkastische Lieder geschrieben. Diese
zeichnen sich durch hohe musikalische Qualität aus und gewinnen
ihren besonderen Charme durch die einzigartigen Texte.
Diese
beinhalten das ganze Spektrum des erfolgreichen Kabarettisten, vom
scheinbar einfachen, aber doppelbödigen Wortspiel über die Groteske
bis hin zur zartesten Lyrik.
Die vom Bächlechor und dessen Leiter Wolfgang Roese ausgewählten Lieder decken thematisch ein weites Spektrum ab, seien es die Schwierigkeiten eines Dienstherren, der die sexuelle Orientierung seines Sekretärs nicht ganz verstehen kann, der typische Rückzug ins private Idyll der Gärtnerin bei überbordenden Weltproblemen oder ganz allgemein die Verzweiflung über die Götter, so sie denn existieren, die wohl viel lachen müssen ob ihrer Schöpfung.
Dass im Park auch ein paar Tauben vergiftet werden, versteht sich ja fast von selbst, dass ein so bösartiges Lied fast zum Gassenhauer wurde, ist ja nicht gerade selbstverständlich gewesen im Deutschland der 60er Jahre.
Auch die Liebe - sei sie ideell wie bei
"Barbara", sei sie konkret wie bei "Sex is a
wonderfull habit"-
darf natürlich nicht fehlen. Hier hört man besonders die musikalische Weite des Komponisten,
der den Wiener
Kaffeehausstil genauso beherrscht wie die amerikanischen Musicals der
40er Jahre,
schließlich musste auch Georg Kreisler in die USA
emigrieren.
Die streng anti-militaristische
Grundhaltung ist Gegenstand gleich mehrer Lieder, die vom Bächlechor
auch bühnentechnisch so aufbereitet werden, dass das Grauen des
Krieges spürbar wird.
Vorherrschend jedoch bleibt eine
zutiefst humanistische Grundhaltung des Meisters aus Wien erkennbar,
der von den Menschen gerne mehr erwarten können wollte, wüsste er
es nicht besser....