|
Littenweiler
(bsch). Ein Lehrstück über die vielen verschiedenen Seiten
der lieben Liebe gab’s am Wochenende vom Freiburger
Bächlechor. An zwei ausverkauften Abenden konnte das Publikum
mit-leiden, als mit „When I fall in Love“ und „If I
loved you“ zunächst die noch nicht erreichte, aber umso mehr
ersehnte Liebe besungen wurde.

Um die eher sinnlichen Aspekte der Liebe
ging’s in dem Liedern „Eine Frage des Lichts“ und
„Lauch“. Letzteres klärte den bis dahin irrenden
Zuhörer darüber auf, dass Lauch und Sex überschätzt
werden, Licht hingegen nicht! Von denen, die sich am Schaufenster des
Lebens die Nase platt drücken, handelte „Nicht dabei“
- was aber so komisch-dramatisch vorgetragen wurde, dass das Publikum
schon zwischen Mit-Leiden und Mit-Lachen hin- und hergerissen war.
Nach vorne strebende Swing-Nummern lieferten die Choristen u. a. mit
„Fascinating Rhythm“ von George Gershwin und „Zieh
die Schuh aus“ von Eurovisionär Roger Cicero ab. Bei
letzterem wurden einige im Original eingesetzte Instrumente durch
Stimmgruppen ersetzt, was der Nummer letztlich umso mehr Tempo verlieh.
Sehr schön beleuchtete dieser Song den omnipotenten
Tausendsassa-Mann, der mal nebenbei die Welt rettet, von seiner Frau
aber zuhause zum Putz- und Müllmann degradiert wird. Eben solch
ein domestiziertes, aber dennoch Testosteron-strotzendes Exemplar von
Mann suchten die Chormädels in dem Stück „Wo ist der
Mann?“. Spätestens hier entschieden sich die
Hör-Gäste zum Mit-Lachen.

Zum ersten Mal stellte der Chor alle Solistinnen und Solisten aus den
eigenen Reihen. Was eine gute Entscheidung war, denn zu den meist
selbst-ironischen Solis gehörten neben einer guten Stimme auch
eine gehörige Portion Darstellungskunst (Herr Bohlen würde
sagen „Performance“). Moderator Steve hatte ebenfalls
beides und dazu noch einige Ideen, Tipps und Lebenshilfen zum
Liebes-Thema auf Lager. Seine Übergänge und
Ankündigungen ließen einen Thomas Gottschalk wie einen
Anfänger aussehen.
Begleitet wurden die Gesangsartisten wieder von
„Flügeldompteur“ Wolfgang Roese, ein Großteil
der Freiburger kennt ihn auch als Kopf von „ORSO“. Er
schaffte es wieder, Stücke auszuwählen und zu arrangieren,
die für diesen dynamischen Freiburger Chor mit seinen vielseitigen
Talenten passten wie der berühmte Deckel zum Topf.

Wer soviel Power in zwei Stunden packt, der darf danach zu recht mit
der Nummer „Die Schlampen sind müde“ nach hause gehen
– bzw. zur After-Show-Party von zwei gelungenen Konzert-Abenden!
Und danach heißt es wieder „nach dem Konzert ist vor dem
Konzert“: am 24. November gibt’s zum 10jährigen
Bestehen ein Best-of-Bächlechor-Konzert!

© 2009 by markus
lenz
|